Es ist schon bemerkenswert, mit welcher sprachlichen Akrobatik der Spiegel politische Realität einordnet – oder besser gesagt: einfärbt. Wenn sich Wladimir Putin und Xi Jinping treffen, greift das Magazin tief in die rhetorische Trickkiste und spricht von einer „Autokratenaudienz“ (siehe hier). Das Wort sitzt: düster, abschätzig, ein Hauch von höfisch-autoritärem Theater mit klarer moralischer Markierung. Hier treffen sich die „Bösen“, daran soll kein Zweifel bestehen. Ganz anders dagegen vor einer Woche, als Donald Trump – wahrlich kein Musterbeispiel liberaler Demokratie und ein Staatschef, der ebenfalls einen Angriffskrieg führt – in Peking vorstellig wurde.
MAI








