Jens Berger im GesprÀch mit Markus J. Karsten
JUNI
Geschrieben von:
Geschrieben von:

„Ich zielte auf das Herz der Menschen, aber ich traf nur den Bauch.“
Das schrieb Upton Sinclair ĂŒber seinen Roman Der Dschungel, der eine weltweite EntrĂŒstung ĂŒber die entsetzlichen hygienischen und menschlichen Bedingungen auslöste, die in den Schlachthöfen Chicagos zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Tagesordnung waren. Die QualitĂ€t der amerikanischen Fleischkonserven besserte sich zwar daraufhin, die Situation der Arbeiter in den Fabriken aber nicht, was in dem berĂŒhmten Zitat des Autors zum Ausdruck kommt. Der Sozialkritiker Sinclair ist von PrĂ€sident Theodore Roosevelt halb verĂ€chtlich und halb respektvoll als „DreckwĂŒhler“ (Muckraker) bezeichnet worden. Heute wĂŒrde man sagen „investigativer Journalist“.
Im Hintergrund ist ĂŒbrigens das Buch Das Schwein und der Wolkenkratzer von Marco d’Eramo zu sehen. Auch das sollte Clemens Tönnies unbedingt in seine Hausbibliothek aufnehmen. ;-)
Geschrieben von:
In dieser Woche sind die RohstoffmĂ€rkte plötzlich eingebrochen. Nun werden wieder viele GrĂŒnde genannt, warum das so gekommen sei. Einen Beitrag zur ErklĂ€rung leisten sie aber nicht. Ich habe zuletzt darĂŒber berichtet. Auf den NachDenkSeiten hat Albrecht MĂŒller ebenfalls darĂŒber geschrieben und speziell die Spekulation in den Vordergrund gerĂŒckt. Dabei hat er die Fragestellung vorangestellt, ob man Spekulation ĂŒberhaupt braucht, damit ein Markt funktioniert.
Diese Frage ist sehr interessant, weil es ja unter den Analysten selbst kritische Querdenker wie den „Mr. Dax“ Dirk MĂŒller gibt, die das Geschehen an den MĂ€rkten zum Teil aufs SchĂ€rfste verurteilen, aber andererseits nie zugeben wĂŒrden, dass diese MĂ€rkte, auf denen Preise fĂŒr WĂ€hrungen, Staatsanleihen und Rohstoffe scheinbar objektiv gebildet werden, ĂŒberflĂŒssig seien.
FĂŒr Börsenexperten wie MĂŒller sind immer noch die MĂ€rkte treibende KrĂ€fte im Spiel um Refinanzierung, Investitionen und wirtschaftlicher Entwicklung. Damit blĂ€st er ins selbe Horn wie jene Politiker, die unbedingt das Vertrauen der MĂ€rkte zurĂŒckgewinnen wollen, obwohl Misstrauen gegenĂŒber eben diesen, die die Krise verursacht und deren Verluste durch die Staaten ĂŒbernommen wurden, dringend angebracht wĂ€re.
Zwar gibt auch Dirk MĂŒller keinen Pfifferling mehr auf die Bewertungen der Ratingagenturen, die seiner Meinung nach weniger objektive denn politische Entscheidungen treffen, trotzdem behauptet auch er, dass die AktivitĂ€ten groĂer Anleihezeichner wie Pimco (Pacific Investment Management Company), die zu Beginn des Jahres haufenweise US-Staatsanleihen verkauften, etwas zu bedeuten hĂ€tten.
Das Vertrauen in staatliche Schuldtitel sei angekratzt und auch die Amerikaner mĂŒssten sich darauf einstellen, dass ihr Top-Rating irgendwann einmal zur Disposition stehen könnte, weil die Notenbank viel zu viel Geld drucken wĂŒrde, das im Prinzip nur den Schuldenstand immer weiter in die Höhe treibe, was letztlich fern jeder realistischen Perspektive auf Abtragung dieser Verbindlichkeiten geschehe. Vor zwei Wochen gab es dann auch den Knall. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte angekĂŒndigt, den Tripple A Status der USA zu ĂŒberdenken.
FĂŒr Dirk MĂŒller ist also einerseits das, was die Ratingagenturen sagen, nicht mehr von Bedeutung und andererseits dann aber doch wieder, weil sie vollkommen logisch auch die BonitĂ€t der USA in Zweifel ziehen.
Dieser Spagat funktioniert nur, weil der Glaube an die Ideologie, dass MĂ€rkte und Vertrauen etwas mit einander zu tun hĂ€tten, konsequent durchgehalten wird. Dabei hat die Spekulation an den MĂ€rkten eben ĂŒberhaupt nichts mit Vertrauen zu tun, sondern schlicht damit, dass es keine Regeln gibt. Alles ist möglich und noch mehr. Der Staat ĂŒbernimmt sogar die Verluste beim Zocken, weil er die Spielteilnehmer fĂŒr systemrelevant erklĂ€rt hat.
Wer also nun behauptet, dass der Staat versagt, weil er seine Zentralbanken nicht am Gelddrucken hindert, hat das Grundproblem nicht verstanden. Es geht eben nicht um eine angebliche GeldschwĂ€mme, zu niedrige Zinsen oder eine zu hohe Staatsverschuldung, sondern darum, dass durch Spekulation exorbitant hohe Gewinne realisiert werden können. Dazu Albrecht MĂŒller treffend: Â
Spekuliert wird nicht, weil die Zinsen niedrig sind. Wenn die Spekulationsgewinne 30 % und mehr betragen, dann ist es ziemlich unerheblich, ob die Zentralbanken 4 % Zinsen oder 0 % verlangen.
Der Anfang wĂ€re die Ăchtung der Spekulanten. Die Ackermanns, die SteinbrĂŒcks, die Spekulanten von Goldman Sachs und ihre Berater vom Schlage Ottmar Issings. Sie gehören nicht an die Spitze einer von Frau Merkel eingerichteten Kommission zur Reform der internationalen FinanzmĂ€rkte sondern auf die Anklagebank. Zumindest moralisch.
Quelle: NachDenkSeiten
Glaube und Ideologie sorgen aber dafĂŒr, dass der Staat und jene gewĂ€hlten Gestalten, die beauftragt sind, ihn zu lenken, davon ausgehen, dass der Finanzsektor ein Bereich sei, in dem etwas gutes fĂŒr die Volkswirtschaft produziert wĂŒrde, dass zum Beispiel Banken noch etwas anderes als Geldverleihen anbieten könnten, bei dem man eine Rendite von ĂŒber zwanzig Prozent erwirtschaften könnte, also ein Vielfaches des jĂ€hrlichen BIP-Wachstums.
Wer eine so hohe Rendite verspricht, muss spĂ€testens nach den Erfahrungen der aktuellen Finanzkrise als kriminell bezeichnet werden. Die Amerikaner klagen ja bereits gegen die Deutsche Bank. Wann sind wir endlich dran? Frau Merkel, die sich ĂŒber den Tod von Menschen freut, umgibt sich mit lauter kriminellen Gestalten. Zu Guttenberg ist ein, jetzt auch von offizieller Seite bestĂ€tigter, BetrĂŒger, der sich vorsĂ€tzlich einen akademischen Grad erschlichen hat und das gesamte Management in der Kommission zur Verschleierung des organisierten Verbrechens auf den FinanzmĂ€rkten ist ebenso befallen.
Zurzeit trifft sich die Mafia in BrĂŒssel unter Ausschluss der Ăffentlichkeit, um ĂŒber die nicht funktionierende Eurorettung zu beraten. Wahrscheinlich wird die HĂ€ngepartie erneut in die VerlĂ€ngerung gehen und alles dafĂŒr getan werden, dass die GlĂ€ubiger, also vor allem deutsche Banken, geschont werden. Eine Beteiligung der Zocker an den Kosten der Krise wird nicht als Alternative in Betracht gezogen werden, zumal im Merkelschen Dauerkrisenmechanismus eine GlĂ€ubigerhaftung in ferner Zukunft ohnehin vorgesehen sein soll.
Die Regierungen mĂŒssten, und sie können es auch, dem Spuk ein Ende setzen. Das bedeutet aber, dass sie das Versagen der MĂ€rkte anerkennen. Denn nur auf der Grundlage versagender MĂ€rkte sind hohe Eigenkapitalrenditen oder permanente ExportĂŒberschĂŒsse ĂŒberhaupt erst möglich. Danach muss der Staat die Funktion der Banken, die lieber im InvestmentgeschĂ€ft tĂ€tig sind, selber ĂŒbernehmen und die Versorgung der realen Wirtschaft mit LiquiditĂ€t sicherstellen. Warum sollte eine Zentralbank nicht selbst Geld verleihen anstatt es den privaten Banken gĂŒnstig zur VerfĂŒgung zu stellen, die es dann wiederum erst gegen hohe AufschlĂ€ge an Staaten eines WĂ€hrungsraums oder den Privatsektor weiterverleihen?
Der Staat hat ganz allein das unverschÀmte Recht, in seiner WÀhrung Geld zu drucken und durch die Erhebung von Steuern dieses Geld auch wieder einzunehmen. Er kann also nicht pleite gehen.
„Zu sagen, die MĂ€rkte wĂŒrden den Staaten keine LiquiditĂ€t mehr zu VerfĂŒgung stellen, ist so, als ob der Wirt eines Gasthauses, der sein Bier von einer einzigen groĂen Brauerei bezieht, sagt, er wĂŒrde diesen Bierbrauern kein Bier mehr verkaufen.“
Quelle: Heiner Flassbeck, Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts
Es kann also nicht die Lösung sein, den FinanzmĂ€rkten neues Futter zu geben, nur weil man der fĂ€lschlichen Annahme folgt, ein Vertrauen wiederherstellen zu mĂŒssen, damit das System zur Ruhe kommt. Die Wahrheit ist, dass der Finanzmarkt ĂŒberhaupt keine stabilisierende Wirkung, die man sich mit solchen absurden MaĂnahmen wie Sparprogrammen fĂŒr DefizitsĂŒnder, entfalten kann. Das Gegenteil ist richtig. Auf den FinanzmĂ€rkten kommt es nĂ€mlich nicht darauf an, sich innovativ oder mit einer Verbesserung der Produktionsverfahren von anderen Marktteilnehmern abzusetzen, sondern schlicht darauf, Âmit vielen anderen zusammen, eine Blase zu erwischen, wĂ€hrend sie sich noch aufpumpt. (s.o. Flassbeck).
Es geht also nie darum, reale Produkte und Produktionsprozesse zu verbessern und damit die wirtschaftliche LeistungsfĂ€higkeit zu erhöhen. In Wirklichkeit verschwenden FinanzmĂ€rkte und die dort stattfindende Spekulation immens viele Ressourcen, ohne dass dadurch ein Gewinn fĂŒr die Volkswirtschaft entstehen wĂŒrde. Die Krisenhaftigkeit ist dabei eine Grundbedingung dieses Prozesses. Wer also FinanzmĂ€rkte fĂŒr wichtig hĂ€lt, wie deutsche Finanzminister zum Beispiel, die sich auch unabhĂ€ngig von ihrer Parteizugehörigkeit mit den gleichen Mitarbeitern umgeben (Jörg Asmussen) und diese zum einen als Brandstifter und zum anderen als FeuerwehrmĂ€nner einsetzen, nehmen wissentlich oder unwissentlich, in jedem Fall aber fahrlĂ€ssig, volkswirtschaftliche Krisen und instabile VerhĂ€ltnisse in Kauf.
Neben der SchlieĂung des Finanzkasinos gehört deshalb auch die Entfernung von Politikern aus dem Amt dazu, die nicht verstehen oder verstehen wollen, was um sie herum geschieht. Die auch nicht begreifen oder begreifen wollen, dass es Alternativen zur stupiden Bankenrettung gibt und zu einer Wirtschaftspolitik, die blind und taub dem Dogma sich selbst regulierender MĂ€rkte folgt.
Am Ende wird nĂ€mlich das MĂ€rchen erzĂ€hlt, dass nicht die MĂ€rkte, sondern der Staat versagt hĂ€tte und deshalb die Krise erst entstehen konnte. Richtig aber ist, dass der Staat, in seiner HandlungsfĂ€higkeit durch korrupte Politiker beraubt, ohnmĂ€chtig gehalten und zur falschen Antwort gezwungen wird. Die gewĂ€hlte Regierung behauptet immer, gestalten zu wollen. Die gewonnene Hoheit ĂŒber die Institutionen wird aber missbraucht, um zu Gunsten privater Monopolisten den Staat zu zerstören. Das ist auch ein Form der Gestaltung, aber keine, mit der es sich auf Dauer leben lĂ€sst.
Geschrieben von:
Zur Frauenquote habe ich etwas Interessantes in Pascal Beuckers und Anja KrĂŒgers Buch „Die verlogene Politik – Macht um jeden Preis“ gelesen.
„In fĂŒnf FDP-Fraktionen gibt es nur eine Frau, und zwar in Hessen (19 MĂ€nner), Mecklenburg-Vorpommern (sechs MĂ€nner), Sachsen-Anhalt (sechs MĂ€nner), ThĂŒringen (sechs MĂ€nner) und Berlin (zwölf MĂ€nner). In den Parlamenten des Saarlandes und Bremens sitzen fĂŒr die Liberalen nur MĂ€nner. Eine Landtagsfraktion ganz ohne Frauen – das gibt es ansonsten nur noch bei der NPD in Mecklenburg-Vorpommern.“
Das spricht im Prinzip auch fĂŒr sich.
Und zur Sache. Eine gesetzlich festgeschriebene Frauenquote wird nicht kommen, weil schon ganz andere daran jĂ€mmerlich gescheitert sind, obwohl sie vollmundig das Gegenteil angekĂŒndigt hatten. Es braucht nur ein Hundt zu bellen und schon ist die Angelegenheit wieder vom Tisch. Damals, als rot-grĂŒn mit einem Gleichstellungsgesetz groĂ reformieren wollte, lief der Hundt öffentlich dagegen Sturm und schimpfte ĂŒber Gleichmacherei statt gleicher Chancen. Am Ende einigte man sich auf Freiwilligkeit in der Wirtschaft, also auf nichts Verbindliches.
Heute klingt der Hundt etwas moderater. Es regiert ja auch seine Wunschkoalition. Aber inhaltlich hat der PrÀsident der ArbeitgeberverbÀnde seine Position nicht geÀndert.
ArbeitgeberprĂ€sident Dieter Hundt appellierte in „Bild am Sonntag“ an die Unternehmen in Deutschland, den Frauenanteil in FĂŒhrungspositionen freiwillig deutlich zu erhöhen. Eine Quote lehnte er ab.
Quelle: Hamburger Abendblatt
Warum ist Hundt so entspannt? Weil er genau weiĂ, dass der Streit um die Frauenquote in der Union nicht wirklich ernst gemeint ist. In der CDU hatten es Frauen auch nie wirklich leicht. Die Partei fĂŒhrte erst 1996 eine Quotierung gegen groĂe WiderstĂ€nde ein. Angela Merkel Ă€uĂerte sich spĂ€ter dazu so:
„Ich war damals Frauenministerin und habe auf dem Parteitag auch fĂŒr ein Quorum gestimmt, aber zunĂ€chst mehr aus SolidaritĂ€t mit den Frauen als aus Ăberzeugung.“
Aus SolidaritĂ€t mit den Frauen, Merkel scheint demnach keine Frau zu sein. Bei Westerwelle kann man sich da nicht sicher sein, trotzdem ist aus dieser Richtung noch weniger zu erwarten. SchlieĂlich gilt bei den Liberalen schon seit Ewigkeiten der Grundsatz des freien Wettbewerbs, wonach sich die Besten immer durchsetzen. Statistisch gesehen ist die FDP aber fast frauenfrei. HeiĂt das nun, dass aus Sicht der freien Demokraten die Frauen einfach zu blöd sind? Ich frag‘ ja nur, denn bei Frau Koch-Mehrin wĂŒrde ich dieser Auffassung sogar zustimmen. :>>
Geschrieben von:
Am vergangenen Mittwoch lief in der ARD die Doku vom Panorama Reporter LĂŒtgert ĂŒber Carsten Maschmeyer. Darin gab es auch einen Komplex ĂŒber Walter Riester, der als politisches Bindeglied mit seinen Rentengesetzen das GeschĂ€ftsfeld fĂŒr Maschmeyers AWD und andere Finanzdienstleister erst eröffnete und bereitwillig sein Gesicht fĂŒr die Vermarktung neuer Vorsorgeprodukte zur VerfĂŒgung stellte. Persönlich darauf angesprochen, leugnete der ehemalige Arbeitsminister vehement als Werbemaskottchen der Versicherungsbranche aufgetreten zu sein.
In dem neuen Buch von Pascal Beucker und Anja KrĂŒger, Die verlogene Politik – Macht um jeden Preis, gibt es einen schönen Abschnitt mit dem Titel, Die Riester-Renten-LĂŒge. Die beiden Journalisten haben vor allem auch Zitate gesammelt und natĂŒrlich auch von Walter Riester.
Der Sozialdemokrat ist zum WerbetrĂ€ger fĂŒr die nach ihm benannte Rente geworden und lĂ€sst sich das gut bezahlen. Als die Bundestagsabgeordneten 2007 erstmals ihre NebeneinkĂŒnfte offenlegen mussten, staunte die Ăffentlichkeit, wie viel Geld der Ex-Minister mit Dienstleistungen fĂŒr Versicherer, Banken oder Vertriebsorganisationen wie AWD verdiente. Im Interview mit der SĂŒddeutschen Zeitung wollte er die Summe von 200 000 Euro im Jahr nicht dementieren. „Wenn man mir 7000 Euro anbietet, sage ich nicht, dass ich nur 4000 Euro oder gar nichts wert bin“, sagte er. „Mein Name ist halt positiver WerbetrĂ€ger.“ Eine Sparkasse verpflichtete ihn unter dem Motto „Riester erklĂ€rt Riester“. Eine Bank produzierte ein Plakat mit seinem Bild und dem Spruch „Walter fĂŒrs Alter“. Bei einer Tagung des Ostdeutschen Sparkassenverbands, zu der er eingeladen war, lag auf jedem Platz ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich bin Riester“. Er tue sich leicht mit der Marke „Riester-Rente“, sagte Riester der MĂ€rkischen Allgemeine: „Stellen Sie sich einmal vor, ich wĂŒrde Hartz heiĂen. Das wĂ€re schwieriger.“
Das nur als ErgĂ€nzung zum Film. Das Buch von Beucker und KrĂŒger sollte jeder gelesen haben.
________________________________
Pascal Beucker / Anja KrĂŒger: Die verlogene Politik. Macht um jeden Preis, Knaur-Verlag, MĂŒnchen, ISBN: 978-3-426-78345-0, 302 Seiten, 8,99 Euro.
Geschrieben von:
Es ist sehr interessant zu sehen, wie aufgeschreckt die Medien und beinahe die gesamte Ăffentlichkeit die Sparabsichten der Bundesregierung bewerten und zur Kenntnis nehmen. Die Diskussion dreht sich dabei vor allem um die Frage, ob das, was da von Merkel und Westerwelle vorgeschlagen wurde, sozial gerecht sei. Entschuldigung, aber diese, auf dem ĂŒblichen Reflex beruhende Frage, stellt sich ĂŒberhaupt nicht. Man sollte sich endlich einmal klarmachen, dass die Regierung lediglich ein weiteres Mal ein Glaubensbekenntnis von sich gegeben hat, welches noch immer bar jeder ökonomischen Erfahrung und Vernunft ist.
Wir können uns also wirklich die Diskussion um die soziale Frage sparen. Sie vergeudet nur Zeit. Auch die Linken sollten weniger ĂŒber die soziale Gerechtigkeit und soziale KĂ€lte jammern und stattdessen aufklĂ€rerische Religionskritik betreiben. Das dumme dabei ist nur, dass wahrscheinlich auch die Linken zum Teil dem Irrglauben der herrschenden Lehre erlegen sind und ökonomische ZusammenhĂ€nge nur schwer begreifen. Ich denke da insbesondere an die noch immer völlig dumme Annahme, durch volkswirtschaftliches Sparen tatsĂ€chlich Schulden abbauen zu können. Aber dazu spĂ€ter mehr.
ZunĂ€chst einmal ist das Gerede ĂŒber die soziale KĂ€lte ganz im Sinne der Dogmatiker, die einfach nur anhand von konstruierten Beispielen zu erwidern brauchen, dass ihr Sparkonzept doch sozial gerecht sei oder wie Frau von der Leyen es vormacht, einfach die BedĂŒrfnisse einer sozialen Gruppe gegen die einer anderen auszuspielen, um dann zu sagen, das sei sozial gerecht. Und schon kann man ganze TV-Sendungen ĂŒber lange Zeit hinweg bestreiten, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an die praktische Tauglichkeit des vorgeschlagenen Irrwegs verlieren zu mĂŒssen. Dieses hirnrissige Programm zuvorderst unter dem Gesichtspunkt der sozialen Gerechtigkeit zu diskutieren ist gleichwohl hirnlos und schwach. Es gibt viel bessere Argumente gegen den Unfug, der da verbreitet und von Scheinwissenschaftlern wie Professor (Un)Sinn begrĂŒĂt wird.
Das zweifellos wichtigste Argument ist das der Erfahrung. Die gesellschaftliche Erfahrung widerlegt eindrucksvoll den bekundeten Glauben von Merkel und Co., durch Sparen öffentliche Verschuldung abbauen zu können. Noch nie hat das hier in Deutschland oder sonstwo auf der Welt funktioniert, egal wie „hart“, „knallhart“ oder „brutal“ diese Sparabsichten angekĂŒndigt und auch durchgesetzt wurden. Es gibt dafĂŒr einen einfachen Grund, den jeder Mensch sofort begreift, wenn er ihn sich nur einmal vergegenwĂ€rtigen wĂŒrde.
Der Staat ist kein Individuum! Zwischen dem Staat und dem Individuum gibt es eine Differenz!
Folglich kann der Staat auch nicht derselben Behandlung unterzogen werden, wie ein Individuum, wenn es in finanzielle Schwierigkeiten gerĂ€t. Doch diesen Eindruck versuchen Merkel, Westerwelle und die gesamte Medienlandschaft permanent zu erwecken, wenn sie etwa davon sprechen, dass man nicht mehr ausgeben könne, als man einnĂ€hme. Diese Aussage ist gleich doppelt falsch und zeigt, dass die selbsternannten Marktwirtschaftler noch viel weniger von Wirtschaft verstehen, als ohnehin befĂŒrchtet.
Das Grundprinzip einer jeden Marktwirtschaft ist Verschuldung. Ohne Verschuldung einerseits und risikobereiter GlĂ€ubiger andererseits gĂ€be es ĂŒberhaupt keine Marktwirtschaft. Denn das Ziel ist doch der Gewinn fĂŒr beide Seiten. Selbst ein Individuum muss sich verschulden, wenn es eine unternehmerische Idee in die Tat umsetzen will oder einfach nur eine Immobilie erwerben möchte. Gleichzeitig muss es einen GlĂ€ubiger geben, der die unternehmerische Idee fĂŒr so profitabel hĂ€lt, dass es sich fĂŒr ihn lohnt, auf seinen gegenwĂ€rtigen Konsumanspruch zu Gunsten des Schuldners zu verzichten und gegen einen zukĂŒnftigen Konsumanspruch einzutauschen. Im Mikrokosmos der Marktwirtschaft geht es also nur um das Verschieben von Eigentumsrechten. Mehr nicht. Aber nicht einmal das, haben Merkel und ihr Mister Sachverstand, weil in der FDP, Westerwelle verstanden. Wie auch? Mit realer Wirtschaft in Form von Erwerbsarbeit oder UnternehmensfĂŒhrung sind diese notorischen Steuergeldabgreifer noch nie in BerĂŒhrung gekommen. Sie verfĂŒgen also ĂŒber keinerlei Erfahrung, bilden sich aber ein, einen Blick fĂŒr’s Ganze zu haben. Woher nur?
In einer Volkswirtschaft ist nun dieser Prozess des Verleihens von KonsumansprĂŒchen der Menschen untereinander, also das individuelle Sparen, nicht relevant, da die Summe der gegenwĂ€rtigen KonsumansprĂŒche immer gleich der Summe des volkswirtschaftlichen Einkommens und gleich der Summe der produzierten GĂŒter ist. Im Makrokosmos einer Volkswirtschaft gelten also völlig andere Bedingungen. Und da trifft die Hegelsche Philosophie die praktische Theorie des Ăkonomen Keynes. Das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile, schrieb Hegel mit Blick auf die Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung im 19. Jh. Dieser Satz gilt auch fĂŒr die Ăkonomie. Was fĂŒr Unternehmen und Induviduen objektiv richtig ist, nĂ€mlich zu sparen, um mehr Geld zu haben, welches man in die Zukunft transferieren könne, ist in der Summe aller Teilglieder falsch. WĂŒrden nĂ€mlich alle gleichzeitig sparen und der Staat steht stellvertretend fĂŒr das Ganze, erzielt man keinen Spareffekt, also hartes Geld, welches man in die Zukunft transferieren könnte, um beispielsweise bestehende Schulden abtragen zu können, sondern gerade weniger volkswirtschaftliches Einkommen, bei gleich bleibenden Forderungen der GlĂ€ubiger.
Denn wenn man die Summe gegenwĂ€rtiger KonsumansprĂŒche in einer volkswirtschaftlichen Dimension kĂŒrzt, dann mindert man unweigerlich auch die Summe des volkswirtschaftlichen Einkommens um genau diesen KĂŒrzungsbetrag. Denn irgend ein Wirtschaftssubjekt bleibt auf seinem Angebot sitzen, wenn es am Markt nur Teilnehmer gibt, die nach zukĂŒnftigen KonsumansprĂŒchen nachfragen, also Sparen wollen, und nicht nach gegenwĂ€rtigen. Es gilt daher der Satz:
Die Summe der Einnahmen aller Wirtschaftssubjekte ist immer gleich die Summe der Ausgaben aller Wirtschaftssubjekte.
Sparen nun alle, sinkt auch das volkswirtschaftliche Einkommen. Das ist nicht nur ökonomische Theorie, sondern die gesellschaftliche Erfahrung seit Jahrzehnten. Warum ist nun das deutsche Volkseinkommen trotzdem gestiegen, obwohl permanent im Innern gespart wurde? Weil es mehrere Schuldner gab. Giechenland, Portugal, Spanien, Italien und Frankreich. Im Prinzip die gesamte EuropÀische Union weist mit Deutschland eine negative Handelsbilanz auf. D.h. diese LÀnder haben sich öffentlich so sehr verschuldet, um unser Volkseinkommen finanzieren zu können. Warum haben die das getan? Weil sie dadurch wirtschaftlich aufholen konnten und ihre Gesellschaften im Rahmen der EuropÀischen VertrÀge und der europÀischen Idee modernisierten.
DafĂŒr, dass sie den europĂ€ischen Vereinbarungen folgten, werden sie nun bestraft. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise galten die sĂŒdeuropĂ€ischen LĂ€nder als Vorzeigeökonomien, mit viel Wachstum, viel Investitionen und viel BeschĂ€ftigung. Nahezu alle LĂ€nder wiesen in der Zeit zwischen den Jahren 2002 und 2007 ein deutlich höheres Wachstum auf als Deutschland, das unter dem EU-Schnitt vor sich hin dĂŒmpelte und eine Sparklausur nach der anderen erlebte. In Spanien wurde die Staatsverschuldung demzufolge auch abgebaut. In Deutschland gelang das trotz der Eichelschen und SteinbrĂŒckschen Sparabsichten nie.
Dabei hĂ€tte man die aus dem AuĂenhandel erzielten Gewinne einfach nur auf den Binnenmarkt umleiten mĂŒssen in Form von höheren Löhnen und Sozialleistungen. Kurz: mehr Konsum. Das wĂ€re dann auch EU konform gewesen. Die deutsche Innlandsverschuldung ist ja nur deshalb so hoch, weil es sich die deutsche Politik zur Aufgabe gemacht hat, auf Steuereinnahmen grundsĂ€tzlich zu verzichten. Zuletzt praktiziert bei der absurden Befreiung der Hoteliers von der vollen Mehrwertsteuerbelastung bei Ăbernachtungen. Gleichzeitig gehört es zu den zentralen Aufgaben einer jeden deutschen Regierung, bei den Ausgaben und den Löhnen zu sparen. Mindestens so lange, bis der Finanzminister einen ausgeglichenen Haushalt prĂ€sentieren kann. Welchen Sinn das auch immer haben mag. Mit einer Politik des Steuerdumpings und einer Wirtschaft mit extremer Exportorientierung konterkariert Deutschland jedenfalls seit Jahren das StabilitĂ€ts- und StĂ€rkeversprechen des europĂ€ischen Wirtschaftsraums.
Statt die Exportgewinne durch eine strikte Vermögens- und Einkommensbesteuerung einfach abzuschöpfen, sah man zu, wie das viele Geld von Spekulanten auf den FinanzmĂ€rkten Gassi getragen wurde und als Teil krimineller GeschĂ€fte erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten durfte und noch immer darf. Unser Problem ist also nicht die öffentliche Verschuldung oder die Sprengkraft der sozialen Frage, sondern eine nach wie vor falsche Wirtschaftspolitik ohne Regeln fĂŒr die FinanzmĂ€rkte und eine Politik, die sich freiwillig in die HĂ€nde der Finanzwirtschaft begeben hat. Solange daran nichts geĂ€ndert wird, fĂŒhrt jeder noch so hart formulierte Irrglaube, mit Sparen irgendetwas retten zu können, unweigerlich zu einem Desaster. Und spĂ€testens bei einer neuerlich stattfindenden groĂen Zusammenbruchskrise wird auch der letzte merken, dass es nicht um sozial oder unsozial geht, sondern um Leben und Tod.
Die Reform des Denkens ist die wichtigste!
(siehe Heiner Flassbeck u. Friederike Spiecker, Das Ende der Massenarbeitslosigkeit)
Geschrieben von:
Gestern hockte die Kanzlerin noch im Berliner Friedrichstadtpalast bei der Verleihung des deutschen Filmpreises und langweilte den Saal mit einer blassen Rede ĂŒber die Bedeutung des deutschen Films.
Das wirkt ein bissel befremdlich zwischen dem Griechenland-Desaster gestern und der heute wieder stattfindenden öffentlichen Imagepolitur vor SÀrgen deutscher Soldaten in Ingolstadt. Zwischen der Finanzhölle Euro-Zone und der Kriegshölle Afghanistan stand sozusagen ein Kessel Buntes zur Entspannung auf dem Programm.
Doch Merkel hat scheinbar alles im Griff. Zu den Griechenland-Hilfen, die sie erst noch an Bedingungen knĂŒpfen wollte, sagte sie nun, dass die rund 8 Mrd. Euro, die Deutschland beisteuern mĂŒsste, den Steuerzahler keinen Cent kosten wĂŒrden, weil das Geld nicht aus dem Haushalt kommen wĂŒrde, sondern von der KfW. Der Staat bĂŒrge lediglich fĂŒr einen Ausfall der Tilgungsraten.
Das soll nun beruhigen? Dieser Spruch galt doch auch schon bei den Banken. Es seien ja nur Garantien, keine direkten Hilfen. Aber genau das ist falsch. Die insgesamt rund 45 Mrd. Euro, die Griechenland bei EU und IWF/EZB abrufen will, landen doch direkt in den Taschen der GlĂ€ubiger und AktionĂ€re. Dieses Geld geht nicht in die Wirtschaft, so dass man einen konjunkturbedingten RĂŒckfluss der Mittel in Form einer Nachfragebelebung feststellen wĂŒrde. Nein. Die Milliarden verschwinden ziemlich rasch auf den noch immer deregulierten FinanzmĂ€rkten. Unwiederbringlich. Egon W. Kreutzer schreibt dazu:
„8,4 Milliarden fĂŒr Griechenland verschlingt der unersĂ€ttliche Moloch „Internationale Finanzwirtschaft“ mĂŒhelos,
und nach einem kurzen wohligen RĂŒlpser, schreit er nach mehr…“
Am Ende mĂŒssen die BĂŒrgschaften eingelöst werden, weil der Schuldner auch in Zukunft ĂŒber keine realwirtschaftlichen Mittel mehr verfĂŒgen wird, um seine Verbindlichkeiten bedienen zu können. SpĂ€testens wenn sĂ€mtliches öffentliches Eigentum verscherbelt und privatisiert ist, ist Schluss. Doch soweit wird es wahrscheinlich nicht kommen. Die griechische Protestbewegung ist nicht zu unterschĂ€tzen.
Deutschland betreibt Konkursverschleppung, auch um den Preis der eigenen BonitĂ€t. Und das nur, um die Kreditgeber von ihrem eingegangenen Risiko zu befreien. Das wird nĂ€mlich immer wieder vergessen, wenn vorurteilsbehaftet ĂŒber griechische Parties und arbeitsfaule Menschen schwadroniert wird. Zu einem Kredit gehören immer zwei. Einer, der bereit ist, sich zu verschulden und einer, der bereit ist, ein Risiko einzugehen.
In Wirklichkeit teilt sich der Risikonehmer sogar noch einmal auf in den Risikonehmer und den Risikoversicherer. Denn hier liegt die eigentliche Geldquelle des gesamten GeschÀfts, im Handel mit CDS (Credit Default Swaps), also jenen Papieren, die KreditausfÀlle versichern sollen. Auf den Wert dieser Papiere wird nun gewettet. Denn wenn ein Spekulant der Ansicht ist, dass sich die BonitÀt des Referenzschuldners verschlechtern wird, wird er viele dieser Papiere kaufen, um bei einer tatsÀchlichen Verschlechterung der BonitÀt des Referenzschuldners die Gewinne aus steigenden CDS-PrÀmien realisieren zu können.
Und wer entscheidet ĂŒber die BonitĂ€t ganzer Staaten? Ratingagenturen, die nirgendwo auf der Welt einer staatlichen Kontrolle unterliegen. Die Banken gewinnen auch immer, weil sie erstens selber wetten und zweitens GebĂŒhren fĂŒr den Abschluss von CDS kassieren. Es ist einfach töricht zu glauben, dass der Steuerzahler von dieser verantwortungslosen und kriminellen Zockerei verschont bliebe. Die aktuelle Finanzkrise hat doch eindrucksvoll gezeigt, mit welcher Arroganz Banken und Versicherer ihre herben Verluste sozialisieren durften und jetzt schon wieder Rekordgewinne melden, ohne dass auch nur ein einziger Versuch unternommen wurde, dieser BedienungsmentalitĂ€t endlich einen Riegel vorzuschieben.
StaatssekretĂ€r und 1. Brandstifter im Gewandt des Feuerwehrmannes Jörg Asmussen weilt derzeit in Washington beim G-20-Treffen der Finanzminister und bedauert die unterschiedlichen Meinungen innerhalb der Staatengemeinschaft, die eine Regulierung der FinanzmĂ€rkte immer schwieriger machen wĂŒrden. Von dieser korrupten politischen FĂŒhrung kann man kein entschiedenes Vorgehen erwarten und schon gar nicht den einzigen vernĂŒnftigen Vorschlag, nĂ€mlich das Finanzkasino endlich zu schlieĂen.
Dazu ein Zitat von Heiner Flassbeck aus dessen aktuellen Buch „Gescheitert“
„WĂŒrden alle Spekulanten mit dem geliehenen Geld lediglich ins Spielkasino gehen, wĂ€re der Spuk schnell zu Ende, weil man innerhalb weniger Stunden feststellen wĂŒrde, dass dort systematisch mit noch so viel Geld keine gewaltige Rendite zu erzielen ist. Die extrem einfallslose Methode, die Renditen zu hebeln, funktioniert fĂŒr das gesamte globale Finanzsystem nur, wenn alle Spieler bestimmte Objekte finden, bei denen sie sich mit einer gewissen PlausibilitĂ€t fĂŒr eine Weile einreden können, sie wĂŒrden ĂŒberdurchschnittlich hohe Renditen bei geringem Risiko bieten.“
Das Platzen einer so entstehenden Blase ist immer vorprogrammiert und auch immer wieder passiert. Asienkrise Ende der Neunziger, die Lateinamerikakrise zu Beginn des neuen Jahrtausends und nun die Weltwirtschaftskrise, die auch hierzulande vorĂŒbergehend zu einem Ende der öffentlichen SchlĂ€frigkeit und Wahrnehmungsstörung fĂŒhrte. Doch inzwischen pennen die meisten wieder oder sind berauscht von Aufschwungsphantasien oder von dem Schmerz des Steuersenkungsfetischismus.
Geschrieben von:
Nach dem vernichtenden 0:7 bei Bayern MĂŒnchen am Wochenende steht Hannover 96 auf dem vorletzten Platz der Bundesliga und mit dem RĂŒcken zur Wand. Ich will gar nicht ĂŒber die katastrophale Leistung der Mannschaft reden, und ich verstehe auch nicht, wie umfassend Journalisten in Presse, Funk und Fernsehen darĂŒber reden können. Wenn man von einer indiskutablen Leistung spricht, sollte man auch nicht weiter darĂŒber diskutieren, sondern sich wichtigeren Themen zuwenden. Zum Beispiel der nichtgestellten Frage, was eigentlich passiert, wenn Hannover 96 in die zweite Liga absteigt? Die Frage ist jetzt nicht sportlich gemeint, sondern politisch!
Denn im Falle eines Abstiegs wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten. Das haben schon wieder viele Journalisten vergessen, wenn sie denn ĂŒberhaupt eine Ahnung davon haben. Es geht um den letzten Stadionumbau zur FuĂballweltmeisterschaft 2006, Martin Kinds MeisterstĂŒck sozusagen. Was ist da eigentlich passiert? Wer hat das Ganze bezahlt? Und wie refinanziert sich eine Investition in Höhe von 65 Millionen Euro?
Als lange vor der WM die VertrĂ€ge gemacht wurden, ĂŒbrigens nicht nur bei der Arena in Hannover, sondern auch in anderen StĂ€dten, bediente man sich eines Finanzierungskonzepts, dessen Scheitern in der aktuellen Wirtschaftskrise ĂŒberdeutlich wurde. Es geht um die sog. öffentlich privaten Partnerschaften (ĂPP oder auch PPP genannt). Der Bundesrechungshof hatte vor einiger Zeit einmal ziemlich deutlich diese Partnerschaften als viel zu teuer gerĂŒgt. VordergrĂŒndig geht es nĂ€mlich immer darum, es so aussehen zu lassen, als wĂŒrde die öffentliche Hand aus der Finanzierung von gröĂeren Projekten herausgehalten. Das sichert den Poltikern die Gunst des Volkes und den GeschĂ€ftemachern die nötige Rendite aus öffentlichen Mitteln ĂŒber Jahre hinweg.
Im Fall Hannover 96 hatte sich Vereinsboss Martin Kind ein tolles Konzept ausgedacht, das sich wie folgt darstellt. Das Land Niedersachsen und die Stadt Hannover steuerten rund 21,5 Millionen Euro als festen Zuschuss bei, wĂ€hrend die private Finanzierung ĂŒber zwei Kredite sichergestellt wurde. Ein Kredit in Höhe von rund 21,6 Millionen Euro, fĂŒr den Stadt und Land ĂŒbrigens bĂŒrgen, kam von der KfW und ein zweiter Kredit in Höhe von etwa 22,2 Millionen Euro von der Nord/LB und der Sparkasse Hannover, die sich das Geld auch entsprechend absichern lieĂen. Denn sollte die Stadionbetreibergesellschaft einmal Pleite gehen, mĂŒsste die Stadt einspringen.
Der eigentliche Skandal an der Finanzierungsgeschichte ist nun, dass Martin Kind und Co. die Laufzeit des Vertrages mit Beginn in 2005 auf ĂŒber 25 Jahre festgeschrieben haben und zwar unter der Annahme, dass Hannover 96 erstklassig bleibt. DarĂŒber habe ich mich schon aufgeregt, als die PlĂ€ne bekannt wurden, aber niemanden im allgemeinen WM-Fieber zu interessieren schienen. Nur was passiert im Falle des Abstiegs? Das ist nĂ€mlich klar geregelt. Der Steuerzahler wird mit 850.000 Euro pro Jahr zur Kasse gebeten, fĂŒr jedes Jahr, in dem die Mannschaft nicht in der ersten Liga spielt.
Nun muss man wissen, dass die Stadt Hannover im letzten Jahr bereits angekĂŒndigt hatte, brutal sparen zu wollen. FĂŒr das aktuelle Jahr rechnete der OberbĂŒrgermeister Stephan Weil mit einem Defizit von 176 Millionen Euro in der Kasse. Ăber 50 Millionen Euro wollte er dieses Jahr weniger ausgeben und rund 20 Millionen in der Verwaltung einsparen. Im letzten September sagte er vor wĂŒtenden Demonstranten:
„Wir haben in diesem und im nĂ€chsten Jahr jeweils Einnahmeverluste in Höhe von etwa 150 Millionen Euro, kommen nicht drumherum, gegezusteuern. Das versuchen wir, ohne die Substanz der Stadt zu schĂ€digen.“
Quelle: Bild-Online
Und zur Substanz der Stadt gehört es eben auch die Rendite privater Investoren aus PPP-Projekten um jeden Preis zu sichern. Auch Sportjournalisten sollten endlich aufwachen und die politische Dimension ihres TĂ€tigkeitsbereichs zur Kenntnis nehmen. Anstatt ĂŒber Abstiege und Meisterschaften und ĂŒber Spieler und Trainer das immergleiche zu philosophieren, könnte man sich einmal mit den harten wirtschaftlichen Fakten auseinandersetzen und diese zum Thema machen.
________________________________________
Quellen:
Interview mit Dr. Karl-Heinz Vehling, ehem. Chef der AWD-Arena
http://www.regional-themenguide.de/service/sms/tipps__infos/magascene_aktuell/interview/im_interview_dr_karlheinz_vehling_chef_der_awdarena.html
Philipp Eisenberger, Die Finanzierung von Sportarenen
Geschrieben von:
ZunĂ€chst einmal, Karl Marx ist zurĂŒck in der Anstalt. :D Er steht wieder auf seinem angestammten Platz, nachdem dort allerhand MĂŒll zwischengelagert wurde.
Und damit ging er auch schon los, der lustige Spendenstadl im ZDF. Es wurde ĂŒber den Fluch des Phaetons gesprochen, der nicht nur Jörg Haider zum VerhĂ€ngnis wurde, sondern auch Frau KĂ€Ămann und der Kanzlerin, die offenbar mit ihrem Regierungs-Phaeton in eine Leitplanke gerast ist. Sie sagte ja unlĂ€ngst vor laufenden Kameras, die Schuldenbremse sei eine Leitplanke, aus der wir nicht heraus könnten.
Guido Westerwelles eigene Bedeutungslosigkeit war natĂŒrlich auch noch einmal Thema. Als AuĂendiplomat und Innenpoltergeist hĂ€tte er wahrlich schwer mit einem Zustand zu kĂ€mpfen, der an das Borderlinesyndrom erinnere, so Priol. Aber sehen sie selbst:
Im Ăbrigen hat sich Urban Urban Priol mit Kanzlerin Merkel arrangiert. Er wĂŒnsche ihr, dass die Flitterwochen mit ihrem liberal hybriden Avatar noch ewig andauern mögen. Das sei eine Strafe, die er sich nie hĂ€tte ausdenken können. Solange Merkel nĂ€mlich Leute wie Seehofer oder Westerwelle an der Backe hĂ€tte, wĂ€re Pest an den Hals wĂŒnschen ein kosmetisches Wellnessangebot. :>> :>> :>>
Arnulf Rating begeisterte mit einem Beitrag ĂŒber Merkels Bananenrepublik, in dem er vor allem ĂŒber politische Korruption sprach und einen tollen Abstecher zum Riesterrentenbetrug unternahm. Er sagte, so wie die gesetzliche Rente kaputtgeredet wurde, war die private Altersvorsorge dann auch bitter nötig. Nun verdienen Versicherungswirtschaft und Walter Riester prĂ€chtig daran. Da könne man verstehen, wenn so ein Jungschnösel wie Philipp Rösler in die Politik geht. Da sei die Rente wenigstens noch sicher. Im politischen Betrieb sei schlieĂlich immer etwas zu holen. Im Grunde hĂ€tte Rating auch nichts gegen Sponsoring in der Politik. Sie mĂŒsse nur wie im Profisport auch einfach auf die Trikots gedruckt werden, so dass man gleich sieht, mit welchem Produkt man es nun zu tun habe. Bandenwerbung im Deutschen Bundestag, lautet der geniale wie auch simple Vorschlag Ratings. SchlieĂlich sei „Bande“ auch genau der richtige Ausdruck. Aber sehen sie selbst:
Doch nun folgt Georg Schramms Rede zur Buffet-Eröffnung. Er selber sagt ja, es sei nur ein Entwurf. Das stimmt natĂŒrlich nicht. Diese Rede hat Georg Schramm tatsĂ€chlich einmal gehalten. Und zwar zur Einweihung der Konstanzer Kinderklinik 1988 im Steigenberger Insel-Hotel. In seinem Buch, „Lassen sie es mich so sagen“, können sie die Rede ĂŒber die „BĂŒrgerliche WohltĂ€tigkeit“ noch einmal nachlesen. Bei der damaligen Spendengala ging es um eine kindgerechte Ausstattung der Krankenzimmer und Flure des Neubaus. DafĂŒr wurden jedem WohltĂ€ter 150 Mark Eintritt abgeknöpft. Bevor sie sich die Rede noch einmal anschauen, möchte ich ihnen mal einen Teil der Einleitung zu seiner Spendenrede aus seinem Buch zur Kenntnis geben:
„MerkwĂŒrdig war, dass der BĂŒrgermeister der Stadt, Dr. Hansen von der CDU, die Schirmherrschaft ĂŒbernehmen sollte. Der Mann, der dafĂŒr verantwortlich war, dass bei einem Bauvolumen von fast zehn Millionen ausgerechnet bei der kindgerechten Ausstattung der Kinderklinik 30 000 Mark fehlten!
Einer der Initiatoren vereinbarte mit mir, den Psychologen Schramm als offiziellen Festredner der Gala das vom ortsansĂ€ssigen Pharmakonzern Byk Gulden gestiftete opulente Buffet eröffnen zu lassen. Es gelang, die selbstzufriedene Feststimmung der Gala so nachhaltig zu stören, dass sich die GĂ€ste dem von mir eröffneten Buffet verweigerten. Ein ConfĂ©rencier versuchte dann, die GemĂŒter zu beschwichtigen, und bat, meine Rede als Scherz zu betrachten und bitte mit dem Essenfassen zu beginnen. FĂŒr mich ein gelungener Abend.“
Jochen Malmsheimer im Anschluss als Fastenprediger war eine nette Ăberraschung, nachdem der bayerischen Rundfunk Passagen der „Barnabas-Predigt“ beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg einfach hinausgeschnitten hatte. Den zensierten Text ĂŒber die FDP, die wohl am liebsten alle Hartz-IV-EpfĂ€nger in den leergefegten Landstrichen des Ostens bei Wasser und Brot plus Sarrazin-Pullover zusammentreiben wĂŒrde, um dann einen Zaun darum zu errichten, den eifrige Jungliberale dann bewachen, wurde durch den ZDF-Prediger unter Einhaltung der Zitierregeln noch einmal wiedergegeben. Ăber diesen Vergleich habe sich nicht nur der Zentralrat der Juden beschwert, sondern auch Guido Westerwelle, der dort herausgehört haben will, dass er mit einem KZ-WĂ€chter verglichen worden sei. Darauf antwortet Schramm genial:
„Da wĂ€re ich auch beleidigt. Können sie sich Westerwelle in so einer untergeordneten Position vorstellen?“
Ein Heuler. :>>
Georg Schramms Schlussauftritt schauen sie sich besser an. Nicht das dieser Blog noch unter Terrorismusverdacht gerÀt. ;)
____________________________________
Die komplette Sendung finden sie wie immer in der ZDF-Mediathek:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/996836/Neues-aus-der-Anstalt—Folge-33#/beitrag/video/996836/Neues-aus-der-Anstalt—Folge-33
Geschrieben von:
Das ist ja mal sehr interessant. Nun meldet sich der groĂe Nachbar Frankreich endlich mal zu Wort und beklagt die deutschen ExportĂŒberschĂŒsse, die in der europĂ€ischen Gemeinschaft mehr schĂ€dlich als nĂŒtzlich sind und sofort formiert sich hierzulande die gesamte Presse, Wirtschaftsvertreter und Politik, um dem alten „Erzfeind“ die Krallen zu zeigen. Man mĂŒsse sich schlieĂlich nicht dafĂŒr entschuldigen, dass man seine Hausaufgaben gemacht hĂ€tte. Und schon gar nicht mĂŒsse man sich von EU-Staaten, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht hĂ€tten, etwas vorwerfen lassen. SchlieĂlich sei Deutschland der gröĂte Beitragszahler der EuropĂ€ischen Union.
Das ist natĂŒrlich ein Argument. Zieht man mal die Gelder ab, die auch Deutschland aus dem EU-Topf erhĂ€lt, ĂŒberweisen wir jĂ€hrlich rund 9 Mrd Euro nach BrĂŒssel. Zum Vergleich, der HandelsbilanzĂŒberschuss Deutschlands wuchs bis zum Jahr 2007 auf rund 195 Mrd Euro an. Im Jahr 2008 waren es noch etwa 176 Mrd und im Krisenjahr 2009 immerhin noch 136 Mrd Euro. Im Januar 2010 belĂ€uft sich der Ăberschuss auf 8,71 Mrd Euro. Mit anderen Worten: In der EU sind wir zwar ein sog. Nettozahler, aber volkswirtschaftlich betrachtet sind wir ein groĂer globaler GlĂ€ubiger.
Und Frankreich ist bilanztechnisch unser Schuldner wie im Ăbrigen der gesamte sĂŒdeuropĂ€ische Raum auch. D.h. wir exportieren in diese LĂ€nder mehr als wir aus diesen importieren. Wenn jetzt also die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde sagt, dass Deutschland seine Handelsbilanz ausgleichen mĂŒsse, mit anderen Worten, mehr aus den Schuldner-LĂ€ndern importieren sollte, dann wĂ€re das ein Beitrag zur StabilitĂ€t des Euroraums und jener LĂ€nder, die hoch verschuldet sind. Deutschland mĂŒsste dazu aber die eigene Binnenkaufkraft stĂ€rken und das heiĂt wiederum höhere Löhne und höhere Sozialleistungen zulassen statt stĂ€ndig dem KĂŒrzungsdogma oder unverdĂ€chtig formuliert, der moderaten Lohnentwicklung, zu folgen.
An diesem Vorschlag ist nichts Falsches und zwar aus einem ganz wichtigen Grund. Wegen John Maynard Keynes. Im letzten Jahr noch gefeiert, in 2010 wird er schon wieder verdammt. Eine Volkswirtschaft kann sich nicht auf Dauer von der globalen Wirtschaft abkoppeln und so tun, als gĂ€be es auf der anderen Seite keine Bilanz, die negativ ausfĂ€llt. WĂ€hrend Deutschland seine Exporterfolge feiert und am liebsten dahin zurĂŒck möchte, muss einer positiven Bilanz immer auch eine entprechend negative gegenĂŒberstehen. D.h. damit Deutschland ĂŒberhaupt Exporterfolge vorweisen kann, bedarf es eines Schuldners, der bereit ist, ĂŒber seine VerhĂ€ltnisse zu leben. Deutschlands ĂberschĂŒsse mĂŒssen also in den Handelsbilanzen der Partner-Staaten als Defizite wieder auftauchen.
Doch was passiert, wenn der Schuldner zahlungsunfĂ€hig wird bzw. an den Rand der ZahlungsunfĂ€higkeit gerĂ€t? Wie muss der GlĂ€ubiger dann reagieren? Mit Beschimpfungen und wilden SparvorschlĂ€gen, die die RĂŒckzahlungsfĂ€higkeit des Schuldners weiter verschlechtern?
Nein, aber genau das tut Deutschland mit seinen Schuldnern in SĂŒdeuropa, aber auch mit Frankreich. Statt auf einen Ausgleich zu setzen, um die RĂŒckzahlungsfĂ€higkeit zu wahren, schwadronieren die hiesigen Hausaufgabenweltmeister davon, dass die anderen gefĂ€lligst fĂŒr ihre Finanzprobleme selber geradestehen und sich vielleicht am Welt- und Europameister ein Beispiel nehmen sollten. Dann hĂ€tten wir mehr solide GlĂ€ubiger und weniger schlechte Schuldner, so die deutsche Logik. Aber wer nimmt dann am Ende die Kredite der GlĂ€ubiger?
„Der Mond? Der Mars? Oder doch wieder die Amerikaner?“
Das fragt Heiner Flassbeck in seinem Buch „Gescheitert“. Deutschland selber wolle nichts an seinem GeschĂ€ftmodell der stĂ€ndigen Verbesserung der Wettbewerbsposition Ă€ndern. Das bedeutet aber ganz zwangslĂ€ufig, dass Schuldner wie Griechenland ihre Verbindlichkeiten nicht mehr ohne Hilfe bedienen können. Sie können eben nicht auf Dauer ĂŒber ihre VerhĂ€ltnisse leben und die Exporterfolge der Deutschen finanzieren. Das durch die EU den Griechen auferlegte Sparprogramm ist gerade deshalb auch ein Witz, weil es dem Ziel der Defizitreduzierung zuwider lĂ€uft. Auch das lehrt John Maynard Keynes, dem selbst Frau Merkel im letzten Jahr mit der Bemerkung folgte, dass es falsch sei, in die Krise prozyklisch hineinzusparen.
Baut Deutschland die Ungleichgewichte innerhalb der EU nicht ab, in dem es beispielsweise mit einem Konjunkturprogramm antizyklisch in die Wirtschaft eingreift und selbst fĂŒr eine Nachfragebelebung sorgt, wird man als GlĂ€ubiger zwangslĂ€ufig zahlen mĂŒssen. Entweder ĂŒber verbesserte Zinskonditionen, einen Schuldenerlass oder im Fall der Pleite mit einem Totalausfall der AnsprĂŒche gegen Griechenland. Wenn sich also die Finanzminister der 16 EU-Staaten heute in BrĂŒssel treffen, kann nur als Ergebnis herauskommen, dass Deutschland zahlt und zwar als gröĂter GlĂ€ubiger einen riesigen Batzen.
Und statt den französischen VorstoĂ zu geiĂeln, sollte man einmal darĂŒber nachdenken. Dazu noch einmal Heiner Flassbeck (aus: „Gescheitert“):
„Wenn nicht bald im Bundeswirtschafts- oder Finanzministerium ein Referat eingerichtet wird, das nichts anderes tut, als die Auswirkungen der deutschen Wirtschaftspolitik auf andere LĂ€nder abzuschĂ€tzen und den Minister vor den RĂŒckwirkungen zu warnen, wird Deutschland noch oft in diese Falle der Globalisierung tappen.“
Auf diese Tatsache hin könnte man ja auch mal die Westerwellsche TĂŒröffnungspolitik im Ausland abklopfen und nicht die Frage stellen, wem Westerwelle da die TĂŒr öffnen will, sondern welchen Zweck die Ăffnung eigentlich volkswirtschaftlich erfĂŒllen soll. In diesem Zusammenhang finde ich ĂŒbrigens Sigmar Gabriels heutige Kritik am „rechthaberischen Schreihals“ Westerwelle sehr amĂŒsant:
„Diejenigen, die Herr Westerwelle – zum Teil aus der Schweiz – mitnimmt auf Auslandsreisen, sind das Gegenteil von Leistungsgesellschaft. Sie gehören eher zur Lumpenelite, die den Wirtschaftsstandort Deutschland schĂ€digen und nichts dazu beitragen, dass es in diesem Land vorangeht.“
Quelle: Stern