Selektive Empörung

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Es ist schon bemerkenswert, mit welcher sprachlichen Akrobatik der Spiegel politische Realität einordnet – oder besser gesagt: einfärbt. Wenn sich Wladimir Putin und Xi Jinping treffen, greift das Magazin tief in die rhetorische Trickkiste und spricht von einer „Autokratenaudienz“ (siehe hier). Das Wort sitzt: düster, abschätzig, ein Hauch von höfisch-autoritärem Theater mit klarer moralischer Markierung. Hier treffen sich die „Bösen“, daran soll kein Zweifel bestehen. Ganz anders dagegen vor einer Woche, als Donald Trump – wahrlich kein Musterbeispiel liberaler Demokratie und ein Staatschef, der ebenfalls einen Angriffskrieg führt – in Peking vorstellig wurde.

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Wenn die Angst größer ist als das Argument

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In Sachsen-Anhalt wird wieder einmal über den Ernstfall gesprochen: Was passiert, wenn die AfD tatsächlich stärkste Kraft wird – oder gar in Regierungsverantwortung kommt? Die Debatte darüber liefert ein bemerkenswertes Schauspiel. Plötzlich ist von „Vorkehrungen“ die Rede, von rechtlichen Konstruktionen, von institutionellen Sicherungen. Konkretes bleibt nebulös, der Ton dafür umso dramatischer. Es ist ein Alarmismus, der mehr über den Zustand der sogenannten politischen Mitte verrät als über die tatsächliche Gefahr.

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