GEZ-Gebühren für peinliche Börsen-Heinis

Geschrieben von: am 05. Apr 2013 um 21:49

Markus Gürne ist einer der “Börsenexperten” der ARD, die täglich kurz vor acht zu Wirtschaftsthemen eine kompetent wirkende Einschätzung aus Frankfurt abgeben dürfen. Wie sehr diese mit GEZ-Gebühren vollgepumpten Schlaumeier mit ihrem flotten Analysten-Gewäsch daneben liegen, konnte man wieder in dieser Woche erleben. Ich habe das mal frei zusammengeschnitten und hoffe auf die Kritikfähigkeit der ARD.

Am Dienstag meinte Gürne am Ende seines Dreiminüters, dass die Aktionäre im neu beginnenden Quartal von einer Aufbruchstimmung gepackt worden seien. Der Dax nehme langsam aber sicher Kurs auf die 8000er Marke, die zu überspringen bis Freitag klappen könne, wenn, ja wenn es keine neuen Hiobsbotschaften gibt, so Gürne.

Mal abgesehen von der Frage, welchen Informationswert es für den ARD Zuschauer hat, wenn der DAX eine bestimmte Marke überspringt, steckt doch auch schon im Aufbau der Ankündigung zu Wochenbeginn das große Nichts. Denn sollte der DAX, wie ja nun geschehen, nicht die sicher geglaubte Marke erreichen, hat der clevere Börsenanalyst neben seinem “leider nichts geworden-Satz” natürlich auch noch die Hiobsbotschaft parat. In dieser Woche waren es derer gleich drei. Korea-Krise, US-Arbeitsmarktdaten und die Vogelgrippe in China. Warum nun die Enttarnung von geheimen Geschäften in Steueroasen in der Aufzählung fehlt, mag wohl daran liegen, dass die heiligen Anleger nicht mit einem kriminellen Verhalten in Verbindung gebracht werden dürfen.

Am Ende kann es nach Auffassung des Experten Gürne in der nächsten Woche eigentlich nur besser werden. So hoffen es zumindest er und sein Team. Mal schauen, welches der sechs Gesichter dann unser Gebührengeld sinnlos Gassi führt. Wer übrigens mal auf der Seite der ARD Börsencombo vorbeischaut, findet den selbstbewussten Satz:

Nur in Ausnahmefällen und zu besonderen Anlässen und Ereignissen kann die Sendung ausfallen.

Na dann, frohes DAX-Raten noch.

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Über den Autor:

André Tautenhahn (tau), Diplom-Sozialwissenschaftler und Freiberuflicher Journalist. Seit 2015 Teil der NachDenkSeiten-Redaktion (Kürzel: AT) und dort mit anderen Mitarbeitern für die Zusammenstellung der Hinweise des Tages zuständig. Außerdem gehört er zum Redaktionsteam des Oppermann-Verlages in Rodenberg und schreibt für regionale Blätter in Wunstorf, Neustadt am Rübenberge und im Landkreis Schaumburg.
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Kommentare

  1. Careca  April 6, 2013

    Einpeitschersendung der Lobbyisten. Kommt auf wichtig daher, will den Zuschauern Wirtschaft erklären, hat aber lediglich BILD-Niveau im WELT-Deckmäntelchenniveau. Die Steuer-off-shore-Geschichte verläuft dagegen in den Medien wie gebremster Schaum.

  2. Ullrich Mies  April 10, 2013

    Die Herrschaftsmedien-„Berichterstattung“ ist angefüllt mit geistigem Dreck, der sich wie Mehltau über das Land gelegt hat.

    Seit etwa 30 Jahren hat sich eine komplett neue Sprache der Gehirnwäsche herausgebildet, die das Publikum täglich mit ihren Phrasen traktiert.

  3. elsfleth  April 11, 2013

    Ich frage mich auch jedesmal (kommt der Scheiß nicht schon vor den Nachrichten?), für wen das Gequatsche interessant ist. Leider kann ich nicht gegen die GEZ prozessieren, da ich ein armes Schwein bin, für welches Börseninfos wie Hohn klingen!

    • Bla Blub  April 11, 2013

      Doch, man kann auch als „armes Schwein“ die GEZ, bzw. inzwischen ja Betrugsservice, verklagen, kostet beim Verwaltungsgericht ca. 70-100 Euro, also deutlich weniger als die jährliche Erpressungssumme des Verbrechervereins

  4. vulcanieer  April 11, 2013

    Leider kann ich nicht gegen die GEZ prozessieren, doch kannst du du musst nur den mutt dazu ahben ich sage da nur Klagen stat zahlen und immer in berufunggehen biss es vors EU gericht geht denn dovon haben sie angst weil dort verlieren sie das wissen diese schmarotzer.