Gemeinsame Linien

Geschrieben von: am 06. Sep 2015 um 14:53

Heute finden sich die Koalitionsspitzen zum Gespräch im Kanzleramt ein. Ein sogenannter Koalitionsgipfel, wie es heißt. Man wolle sich auf eine gemeinsame Linie in Sachen Flüchtlingspolitik verständigen. Die CSU hat ihre Haltung zu dem Thema schon mal vorab mitgeteilt. Der bayerischen Regionalpartei geht das Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu weit. Der Vizepräsident des Bundestages, Johannes Singhammer (CSU), twittert:

Auch das ist ein Gipfel. Ein Gipfel an Peinlichkeit. Denn während die CSU offenbar gegen Flüchtlinge Front machen will, hat sich an diesem Wochenende eine Welle der Solidarität auf Deutschlands Bahnhöfen gezeigt, die es sogar auf die Titelseite der New York Times schaffte. Viele Menschen müssen sich nicht erst auf eine gemeinsame Linie verständigen, sie wissen, was zu tun ist.

Derweil ist es auf europäischer Ebene eher still, wie Eric Bonse auf Lost in EUrope schreibt. Denn tatsächlich herrscht zwischen den europäischen Partnern mal wieder große Uneinigkeit. Sie hätten es wohl am liebsten, wenn sich der Flüchtlingsstrom nicht so schnell vorwärts bewegen würde. Die Politik, die im “sich Zeit lassen” und “vertagen von Entscheidungen” unangefochtener Weltmeister ist, wird von den Ereignissen schlichtweg überholt.

Zum Glück gibt es Menschen, die auf mündliche wie schriftliche Sprechblasenvereinbarungen, die jeder irgendwie anders interpretiert, pfeifen und schnelle wie freundliche Hilfe leisten. Das ist angesichts des Bildes, das Deutschland in den vergangenen Wochen abgegeben hat, sei es beim Thema Flüchtlinge oder beim Thema Griechenland, eine sehr gute Nachricht.

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Über den Autor:

André Tautenhahn (tau), Diplom-Sozialwissenschaftler und Freiberuflicher Journalist. Seit 2015 Teil der NachDenkSeiten-Redaktion (Kürzel: AT) und dort mit anderen Mitarbeitern für die Zusammenstellung der Hinweise des Tages zuständig. Außerdem gehört er zum Redaktionsteam des Oppermann-Verlages in Rodenberg und schreibt für regionale Blätter in Wunstorf, Neustadt am Rübenberge und im Landkreis Schaumburg.
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