Die Woche: Im falschen Film

Geschrieben von: am 12. Feb 2016 um 14:03

George Clooney bei Angela Merkel im Kanzleramt: Was für ein Bild, das Regierungssprecher Seibert heute getwittert hat. Ein Oscar-Preisträger besucht die Chefin eines Ensembles, das sich diese Woche wieder mehr oder weniger ungelenk in Politikdarstellung versuchte.

Erst beklagte ein Vollhorst aus dem Süden die „Herrschaft des Unrechtes“, dann entdeckte Zickzack-Siggi eine Härtefallregelung bei minderjährigen Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutz und die SPD-Minister daraufhin eine vernünftige Lösung im Asylstreit, die ohne etwas in der Sache zu ändern, quasi aus dem Nichts, zustande kam. Dann wurde noch die erstmalige Messung von Gravitationswellen verkündet und prompt rudert auch Horst Seehofer wieder zum anderen Teil seiner gespaltenen Persönlichkeit zurück.

Aber das alles ist nichts im Vergleich zu einer ausgehandelten und als Durchbruch missverstandenen Feuerpause, bei der einfach alle Seiten für sich das Recht in Anspruch nehmen, weiterzubomben. Es braucht gute Drehbücher für Filmprojekte hat Clooney zum Start der Berlinale gesagt. Allein der Stoff aus dieser Woche gibt Anregungen genug, um in eine Fortsetzung von Streifen wie „From Dusk Till Dawn“ oder „Männer, die auf Ziegen starren“ einzuteigen. Allein die um Aufmerksamkeit buhlenden Laiendarsteller überzeugen nicht.

Nur so könnte es dann doch noch passen.

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Über den Autor:

André Tautenhahn (tau), Diplom-Sozialwissenschaftler und Freiberuflicher Journalist. Seit 2015 Teil der NachDenkSeiten-Redaktion (Kürzel: AT) und dort unter anderem für die Zusammenstellung der Hinweise des Tages zuständig. Außerdem gehört er zum Redaktionsteam des Oppermann-Verlages in Rodenberg und schreibt für regionale Blätter in Wunstorf, Neustadt am Rübenberge und im Landkreis Schaumburg.
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