TV-Tipp: Große Kleinkunst auf 3sat

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Einen Kabarett Leckerbissen gibt es am Sonntag, den 14. Februar um 20:15 Uhr auf 3sat zu sehen. Das Mainzer „unterhaus“ ist 50 Jahre alt geworden und hat das mit den „Veteranen der Szene: Urban Priol, Georg Schramm, Jochen Malmsheimer, Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig und Arnulf Rating“ gefeiert. Sie sind allesamt Träger des Kleinkunstpreises, den das Haus seit 1972 jedes Jahr verleiht. 3sat zeigt 90 Minuten lang die Höhepunkte der großen Kabarett-Gala vom 30. Januar.

Quelle: 3sat (Aufzeichnung vom 30. Januar 2016 im Frankfurter Hof Mainz)

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TV-Tipp: 3sat gucken

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Heute gibt es schon mal einen Programmhinweis für den vorletzten Tag des Jahres. Es ist zwar immer gut, 3sat zu gucken – das hat Georg Schramm schon zum 25. Geburtstag des Senders 2009 gesagt („Da ist ein Markenname etabliert: 3sat ist die Heimstatt für die Verwirrten und Verirrten abends vor dem Fernseher.“) – aber am 30. Dezember ist das Programm besonders zu empfehlen. Es gibt den ganzen Tag Kabarett mit ein bisschen Louis de Funès dazwischen und mit dem Höhepunkt „Tilt! – von und mit Urban Priol“ um 20:15 Uhr.

Und danach „Jetzt ist aber Schluss! – Der 3sat-Jahresrückblick“ mit zwölf Kabarettisten, die jeden einzelnen Monat des zurückliegenden Jahres sauber wegpacken. Christoph Sieber gibt einen Vorgeschmack, äh Rückblick:

 

Und Serdar Somuncu über die Bedrohung unserer (Tanz-)kultur:

 

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Mission Accomblished: Willkommen im Biedermeier

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Mission Accomblished

Unter den Augen von Thomas Bellut (Intendant des ZDF) durfte die Anstalt, zum letzten Mal mit Pelzig und Priol, deutlich überziehen. Am Ende gab es sogar “stehende Ovulationen”, wie Priol sagen würde. Nein, der Applaus war ernst gemeint, wie auch die Bravo-Rufe. Nach sieben Jahren ist Schluss mit Neues aus der Anstalt in der gewohnten Besetzung. Die Protagonisten tauschten ihre liebgewordenen Trikots, Kittel, Hemd und Schürze. “Mission accomblished” stand über der Szene. Die Mission ist aber nicht wirklich abgeschlossen, denn die Wahrheit kommt permanent unter die Räder, was nach Aufklärung verlangt.

Pelzigs Analyse über die Methoden der Meinungsmache war genial. Allein schon der Satz, dass Ökonomen wie Theologen sind, die nicht wissen, dass sie alles nur glauben, gehört in ein Lehrbuch über diese Zeit. Früher war die Wissenschaft frei, heute ist sie frei verkäuflich und das nutzt die wachsende PR-Industrie natürlich aus, um das starke Gegenlicht zu erzeugen, dessen greller Schein das Licht der Wahrheit locker überstrahlt. Und das Volk sitzt in seinem Wohnzimmer, der möblierten Uckermark, und lehnt die Wahrheit ab. Der Deutsche ist ein Bastler und der Schwede hat’s gemerkt, sagt Malmsheimer.

Der Deutsche hat sich im neuen Biedermeier eingerichtet und will von Krise, Altersarmut, zerbröselndem Gesundheits- und Pflegesystem sowie kaputten Straßen und der vermurksten Energiewende nichts wissen. Die Deutschen sind wild entschlossen, Angela Merkel gut zu finden. Hätte die Kanzlerin den fleischlosen Tag vorgeschlagen, alle hätten ihr zu Füßen gelegen und sofort Rezepte in allen sozialen Netzwerken gepostet anstatt zu protestieren. Fernsehsendungen wie die lange Kochnacht mit Lanz und Lafer hätte es gegeben wie auch eine vegane Sonderausgabe der Bildzeitung. Der Deutsche mag seine “Queen Mum” lieber als die Demokratie. Deshalb hat er auch so gewählt.

Leider fehlen ein paar Stimmen zur absoluten Mehrheit. So muss die Kanzlerin auch die nächsten vier Jahre nicht regieren und die anstehenden unangenehmen Entscheidungen auch nicht verantworten. Das macht wieder die SPD, die gerade um Pöstchen und Ruhestandsregelungen mit der Union feilscht. Eine abgeschlossene Mission sieht anders aus. Die Lage ist weiterhin trostlos. Aber rückblickend kann Priol sagen. “Non, je ne regret rien.”

Vielen Dank für sieben Jahre Neues aus der Anstalt. Ihr habt das versucht, was immer deutlicher fehlt. Aufklärung. Ich freue mich auf das nächste Kabarett-Team im kommenden Jahr.

Die komplette Sendung gibt es wie immer in der ZDF Mediathek.

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Neues aus der Anstalt zum vorerst letzten Mal

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Neues aus der Anstalt_0

Am kommenden Dienstag, 1. Oktober, öffnet die Anstalt um 22:25 Uhr zum letzten Mal mit Priol und Pelzig in den Hauptrollen die Türen. Zum Abschied kommen die langjährigen Wegbegleiter Georg Schramm, Jochen Malmsheimer, Volker Pispers und Max Uthoff. Letzterer wird ab dem kommenden Jahr zusammen mit Claus von Wagner das Kommando auf dem Flaggschiff des Kabaretts übernehmen.

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TV-Tipp: Neues aus der Anstalt im Endspurt

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Die vorletzte Sendung Neues aus der Anstalt mit Urban Priol und Erwin Pelzig gibt es heute zu sehen. Wegen Fußball vermutlich erst ab 23 Uhr.

Kurz vor dem Endspurt zur Bundestagswahl melden sich Urban Priol und Erwin Pelzig aus der Sommerpause zurück. Die beiden satirischen Chefreporter kommentieren die aktuellen Prognosen und beobachten genau was auf der Zielgeraden passiert: Wer kann noch einmal die letzten politischen Kräfte mobilisieren und wer hat sich das Rennen um die Wählergunst falsch eingeteilt?

Als kabarettistische Unterstützer sind Monika Gruber, Christoph Sieber und Ingo Appelt mit von der Partie.

Quelle: ZDF

Der Ankündigungstext hat einen Fehler. Die beiden Chefreporter können gar nicht beobachten, was auf der Zielgeraden passiert. Diese liegt nämlich längst hinter uns. Spätestens als vielen Deutschen im Angesicht eines möglichen “Veggie-Days” klar wurde, dass ihnen Burgerrechte wichtiger sind als Bürgerrechte (Christian Ehring, extra 3), hat die bevorstehende Wahl keinerlei Bedeutung mehr.

Außerdem laufen schon jetzt die Koalitionserpressungsverhandlungen bevor überhaupt gewählt worden ist (Fritz Eckenga, WDR 2). Die Wahl ist bereits entschieden und die noch ausstehende Abstimmung bloß ein lästiges Fragment der Demokratie. Die Deutschen hassen Politik und deshalb finden sie Merkel gut. Kein Skandal kann die Kanzlerin zu Fall bringen. Die Frau hat es nicht nur geschafft, mit ihren eigenen Regierungen nicht in Verbindung gebracht zu werden. Sie hat es auch geschafft als eine Person dazustehen, von der die Menschen glauben, sie teile deren Verachtung für den politischen Betrieb.

Merkel verweigert sich dem Wahlkampf wie 2009 und das Volk findet das gut. Der politische Gegner jammert darüber und versucht wie wild und ohne erkennbare Strategie jede sich bietende Chance für Angriffe auf die Regierung zu nutzen. Merkel beantwortet diese nicht, sondern setzt vielmehr auf einlullen, abwiegeln und beschwichtigen. Der Wähler ist von der Opposition genervt und wünscht sich eigentlich nur, mit Politik in Ruhe gelassen zu werden. Und genau das liefert Merkel. Damit wächst auch die Anhängerschaft der “Zeugen Angelas”.

Denken strengt an, tut aber nicht weh. Also bleiben Sie auf und schalten Sie die Anstalt ein, bevor es auch dieses Juwel der Satire in dieser Zusammensetzung nicht mehr gibt.

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